Wie viele Kinder im Schutzalter Opfer werden, dar�ber tappen Polizei und Experten im Dunkeln. Jedenfalls sind es viel mehr, als die offizielle Polizeistatistiken angeben. Denn noch l�ngst nicht jeder �bergriff auf Kinder wird angezeigt. Vor allem deshalb nicht, weil viele dieser Vorf�lle gl�cklicherweise ebenso glimpflich verlaufen wie bei bei Leonie und ihrer Freundin. Auch erleben Kinder diese Situationen, sofern sie nicht bedroht worden sind, meist als unwesentlich.
[Richtig. Warum nehmen sie die Erwachsenen dann so wichtig? Im Interesse der Kinder oder aufgrund ihrer eigenen Gef�hle?]
Exhibitionismus macht 65 Prozent der Sexualdelikte aus. Diese Straftat passiert vor allem im Freien und wird von Personen begangen, die die Kinder nie zuvor gesehen haben. Harmlos sind diese Vorf�lle trotzdem nicht. Denn es ist durchaus nicht erwiesen, da� Exhibitionisten immer ungef�hrlich sind.
[??? Es ist auch nicht erwiesen, das Eltern immer ungef�hrlich sind. Seltsame Logik.]
Die Reaktion von Eltern ist denn auch Angst. Die Angst vor dem "schwarzen Mann". "Verst�ndlich" findet das die Frauenbeauftragte der M�nchner Polizei, Christine Steinherr. "Aber die Angst der Eltern steht oft in keinem Verh�ltnis zur tats�chlichen Gef�hrdung. Sexuelle Gewaltverbrechen an Kindern und Jugendlichen durch Fremdt�ter sind immer noch sehr selten. Sie haben auch nicht, wie oft behauptet wird, in den letzten Jahren besonders zugenommen."
Aus Angst vor einem Sexualdelikt w�rden einige Eltern ihre Kinder am liebsten gar nicht mehr allein auf die Stra�e lassen. "Falsch", meint Christine Steinherr. "Kinder m�ssen sich in einem bestimmten Umfeld frei bewegen k�nnen. Sie sollen lernen, sich in brenzligen Situationen zu behaupten. Kein Kind im Schulalter kann man dauernd beaufsichtigen. Das w�rde seine Entwicklung hemmen."
Besonders gef�hrdet sind Kinder, die
[volle Zustimmung]
�ben Sie in Rollenspielen, wie sich Ihr Kind im Notfall verhalten sollte. Die beste Methode, wenn andere Leute in der N�he sind: Schreien. Schon ein Satz wie "Dieser Mann hat mich gerade angefa�t" erregt Aufmerksamkeit und schl�gt den T�ter meist in die Flucht.
[Dies halte ich f�r zweifelhaft. Grund: Siehe n�chster Punkt.]
Informieren Sie sich, wo sich Ihr Kind aufh�lt. Wann, wie und gegebenenfalls mit wem es nach Hause kommt. Seien Sie deshalb auch Ihrem Kind gegen�ber absolut zuverl�ssig und p�nktlich. Nur durch Ihr Vorbild lernt es, wie wichtig es ist, da� man sich auf andere verlassen kann.
[Also doch st�ndig kontrollieren? Vorhin klang das anders.] Melden Sie Ihr Kind zu einem Sport-Kurs an. F�r Kinder bis zur Pubert�t sind Kampfsportarten zur Selbstverteidigung wie Karate oder Taek-Won-Do umstritten - sie geben ihnen das Gef�hl, da� die Umwelt eine permanente Bedrohung ist, gegen die sie sich wehren m�ssen. [Dieses Argument d�fte er gegen das obengenannte Rollenspiel sprechen als gegen Kampfsport.] Geeignet sind hingegen Judo oder Jiu-Jitsu f�r M�dchen und Jungen ab f�nf sowie Mannschafts-Sportarten wie Basket-, Volley- oder Handball. [und wo bleibt der Fu�ball?] Vor allem M�dchen k�nnen in gemischten Mannschaften lernen, sich Jungen gegen�ber zu behaupten.
Trainiert werden Schnelligkeit, Konzentrationsf�higkeit, Geschicklichkeit und Ausdauer. In Krisensituationen reagieren Kinder dann weniger kopflos und verschreckt. Erfahrungsgem�� werden die meisten Sexualt�ter bei Kindern nicht sofort gewaltt�tig. [Die meisten werden �berhaupt nicht gewaltt�tig.] Fast immer versuchen sie zuerst, das Kind ins Gespr�ch zu ziehen und sein Vertrauen zu gewinnen.
Kl�ren Sie Ihr Kind auf. Aufkl�ren hei�t hier: keine Angst machen. Auf die Frage "Warum will der Mann, da� ich seinen Penis anfasse?" geben Eltern h�ufig die Antwort: "Das ist ein b�ser Mensch." Oder: "Dieser Mann ist krank." Aber unter "b�sen Menschen" k�nnen sich selbst Schulkinder kaum den lustigen Nachbarn vorstellen, der ja immerhin auch ein T�ter sein k�nnte. Ebenso mi�verst�ndlich ist die Erkl�rung, da� diese Menschen krank sind. Sind Kranke denn nicht schwach und hilflos? Und mu� man zu ihnen nicht besonders nett sein?
[Richtig, beide Erkl�rungen sind Quatsch. Aber was soll man denn nun antworten? Vielleicht die Wahrheit? Etwa so: "Weil es sehr angenehm ist, seinen Penis zu ber�ren, und noch viel angenehmer, wenn ein anderer das macht."? ]
Viel wichtiger ist, dem Kind klarzumachen, da� man keinem Menschen kriminelle Neigungen und Absichten ansieht. Da� ein Sexualt�ter so sympathisch wie der Lehrer und so nett wie der Papa sein kann. [Wie war das vorhin mit dem Gef�hl, da� die Umwelt eine permanente Bedrohung ist?]
Versuchen Sie, bei allen Fragen sachlich und pr�zise zu bleiben. W�hlen Sie konkrete, aber keine absto�enden oder angsteinfl��enden Beispiele. Fragen Sie Ihr Kind nach seinen Gef�hlen: "Wenn du und ich kuscheln, macht das Spa�. [Was sagt da der Staatsanwalt zu: Kuschelsex mit Minderj�hrigen! Oje. Lachen Sie nicht, es ist traurig.] Was ist aber, wenn dich jemand k��t oder streichelt, ohne da� du das willst? [Was ist aber, wenn ich das will?] Vielleicht versucht derjenige, dich zwischen den Beinen zu ber�ren oder dich auszuziehen. F�ndest du das nicht merkw�rdig und unangenehm?" [Unangenehm? Wieso eigentlich?]
Machen Sie Ihrem Kind Mut, seinen Gef�hlen zu vertrauen! [wie war das vorhin mit dem sympathisch wie der Lehrer und nett wie der Papa?]
Erkl�ren Sie ihm, da� es neben sch�nen Geheimnissen auch schlimme Geheimnisse gibt, die man nicht f�r sich behalten darf. Da� dazu K�rperkontakte und Z�rtlichkeiten geh�ren, wie si e nur Erwachsene, z.B. die Eltern untereinander, austauschen d�rfen. [Da sind wir endlich am Knackpunkt angelangt. Warum d�rfen nur Erwachsene zueinander z�rtlich sein?] "Wenn ein Erwachsener so etwas mit dir machen will und verlangt, da� du niemandem davon erz&aehlst, stimmt etwas nicht."
[Was stimmt denn nicht? Sie wissen doch, was nicht stimmt. Also sagen sie es: Anstelle von "stimmt etwas nicht" bitte konkreter "dann liegt das daran, das es ein Gesetz gibt, da� ein Erwachsener, der Sex mit Kindern macht, ins Gef�ngnis kommt. Und das m�chte der Erwachsene nat�rlich nicht. Aber Sex mit dir machen m�chte er gerne. Also bittet er dich, nichts zu erz�hlen."
Zuviel an Information, zu kompliziert? Nein, es ist eine einfache und klare Erkl�rung des wirklichen Sachverhalts, einfacher als ein mystisches "stimmt etwas nicht", das der Phantasie freien Lauf l��t. Warum ich so sehr darauf bestehe? Weil dies ein Vorenthalten von Information ist (bewu�t oder unbewu�t), die es dem Kind erm�glichen w�rde, selbst zu entscheiden, ob es Ihnen etwas erz�hlt oder nicht. Sie wollen, da� das Kind Ihnen von jedem sexuellen Kontakt mit einem Erwachsenen erz�hlt, ohne da� es die Konsequenzen, die dieser Bericht f�r den Erwachsenen haben kann, kennt. Und das ist Betrug.]
Anregungen f�r ein Gespr�ch bekommen Sie auch durch diese B�cher: Aliki, "Gef�hle sind wie Farben", Beltz Verlag, 24.80 Mark; Oralee Wachter, "Heimlich ist mir unheimlich", Donna Vita Verlag, 17.80 Mark; Ulrike Boljahn und Sylvia Deinert, "Das Familienalbum", Lappan Verlag, 34 Mark (ab f�nf Jahren). [Der zweite Buchtitel verr�t seine Taktik: Die Heimlichkeit, f�r die es einen einfachen, sachlichen Grund gibt, soll f�r das Kind zur Unheimlichkeit werden, damit es ja alles den Eltern erz�hlt. Wie bereits gesagt, Betrug am Kind, ab f�nf Jahren.
Dieser Betrug ist au�erdem gef�rlich. Bei einem Gewaltt�ter, der das Kind mit Drohungen einsch�chtert, wird die korrekte Information �ber das Gesetz das Kind eher ermutigen, den Eltern alles zu erz�hlen. Bei einem P�dophilen, der ein Konsensverh�ltnis mit dem Kind anstrebt, geht er nach hinten los, da der P�dophile dem Kind normalerweise die korrekte Information �ber die Gesetzeslage gibt.]
Bleiben Sie ruhig, wenn Ihr Kind von sexuellen Kontakten zu anderen Jugendlichen oder Erwachsenen erz�hlt. Eine �berreaktion kann f�r ein Kind belastender sein als die Tat selbst.
Machen Sie ihm auf keinen Fall Vorw�rfe, da� es sich zur falschen Zeit mit den falschen Freunden am falschen Ort aufgehalten hat. Selbst wenn das wirklich so war. Sonst erz�hlt Ihr Kind beim n�chsten mal vieleicht nichts mehr. Versuchen Sie liebevoll und vorsichtig herauszufinden, was passiert ist. Warum Ihr Kind nicht gleich weggelaufen ist oder weglaufen konnte.
Gelegentlich kommt es auch unter Gleichaltrigen zu sexuellen �bergriffen. Damit sind nicht die harmlosen "Doktorspiele" von Vorschulkindern gemeint. [sondern die von Teenagern?] Suchen Sie hier sofort das Gespr�ch mit den Eltern der beteiligten Kinder. Insbesondere wenn Ihr Kind bedroht oder gar verletzt wurde.
... Selbstverst�ndlich m�ssen Sie jede sexuelle Straftat - und dazu geh�ren auch Bel�stigungen! - anzeigen. Auch dann, wenn Ihr Kind allem Anschein nach "freiwillig" mitgemacht hat.
[Sie m�ssen �berhaupt nichts. Wie war das vorhin mit der �berreaktion, die f�r das Kind belastender sein kann als die Tat selbst? Ich meine, dies gilt auch f�r die �berreaktion des Staates. �berlegen Sie sich also sehr genau, ob Sie Anzeige erstatten. Wenn Sie einmal Anzeige erstattet haben, k�nnen Sie nichts mehr zur�cknehmen. Beraten Sie sich mit Ihrem Kind, erl�tern Sie ihm, was es tun mu� wenn es zur Anzeige kommt (Polizeiverh�r, Gericht), welche Strafe der Erwachsene zu erwarten hat usw. und h�ren Sie auf die Meinung Ihres Kindes.
Erstatten Sie auf keinen Fall gegen den Willen des Kindes Anzeige. Dies w�re ein schwerer Vertrauensbruch. Das Kind hat sich Ihnen anvertraut, als es Ihnen davon erz�hlt hat. Versuchen Sie auch nicht, das Kind zu "�berzeugen". Es mu� selbst wollen, da� der Erwachsene ins Gef�ngnis kommt, und bereit sein, daf�r Verh�r und Gerichtsverhandlung in Kauf zu nehmen.]
Niemals liegt die Verantwortung oder gar die Schuld bei Ihrem Kind, sondern immer beim T�ter. [Da� das Kind keine Schuld hat, ist doch klar. Es ist doch schlie�lich das "Opfer", das "gesch�tzt" wird. Wozu also dieser Satz?
Es geht hier um Schuldgef�hle, die beim Kind entstehen, wenn es mit der obengenannten �berreaktion der Eltern oder des Staates konfrontiert wird. Das Kind sieht sich selbst nicht als Opfer, wenn es mit der sexuellen Handlung einverstanden war oder sie sogar selbst mit eingeleitet hat. Also mu� die "Tat" selbst wohl das Schlimme gewesen sein. Und da es sehr wohl wei�, da� ohne seine Beteiligung die Tat nicht stattgefunden h�tte, ist es selbst mit "schuld".
Ob es hilft, dem Kind zu erkl�ren, da� es keine Schuld hat (was der obige Satz anzudeuten scheint), scheint mir sehr zweifelhaft. Erstens best�rkt dies eher die Vermutung des Kindes, das der sexuelle Akt etwas schuldbeladenes ist, nur das eben der Erwachsene die Schuld bekommen hat (wie �blich, die �lteren kriegen immer alles ab). Hinzu kommt, da� man annehmen kann, da� das Kind, nach einem Blick auf die erste negative Reaktion der Eltern, seinen Anteil am Zustandekommen der sexuellen Handlung sicherlich heruntergespielt hat. Die Erkl�rung, da� es keine Schuld hat, zeigt ihm lediglich, das dies offensichtlich geklappt hat.]
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Die Anh�rung des Kindes erfolgt durch eigens daf�r ausgebildete Polizeibeamte und -beamtinnen in einer kindgerechten Atmosph�re.
[Die Gefahr der Traumatisierung durch Polizeiverh�r und Gerichtsverhandlung ist insbesondere bei sexuellen Handlungen mit Einverst�ndnis des Kindes nicht so sehr mit der Atmosph�re verbunden. Es sind verschiedenste Schuldgef�hle, die gef�hrlich sind. Schuld, weil es Sex gemacht hat, weil es zugestimmt hat, weil es sein Schweigeversprechen gebrochen hat, weil es seinen eigenen Anteil heruntergespielt hat, bei Jungen au�erdem weil er homosexuell ist. An diesen Gefahren �ndert auch die netteste Polizistin nichts.]
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